Um zu verstehen, was bei der Registrierung einer Internet-Domain passiert, sollte man kurz zusammenfassen, zu welchem Zweck diese Registrierung erfolgt und welche Partner an diesem Prozess beteiligt sind.
Grundsätzlich ist ein Computer, der im technischen Sinne erfolgreich mit dem Internet verbunden ist, auch ohne eine registrierte Internet-Domain ansprechbar. So lässt sich z.B. das Informationsportal mit der domain-Adresse „wikipedia.org“ auch über die IP-Adresse „91.198.174.232“ erreichen.
In den meisten Fällen möchten Internet-Anbieter jedoch über eine leicht zu merkende Domain-Adresse erreichbar sein. Beim Registrierungsprozess wird die notwendige logische Verknüpfung zwischen IP- und Domain-Adresse geschaffen.
Am Registrierungs-Prozess sind folgende Partner beteiligt:
- Registrant: Der Antragsteller, zukünftiger Inhaber und Nutzer der Domain.
- Registrierungs-Dienstleister: Diese Dienstleister stellen in den meisten Fällen den Kontakt zwischen Registrant (Antragsteller) und Registrar her und klären u.A. formale Voraussetzungen für die erfolgreiche Registrierung. Typische Vertreter sind Unternehmen wie 1&1, Deutsche Telekom oder DomainDiscount24.
- Registrar: Die administrativen Verwalter der registrierten Domains, die von den jeweiligen Registries als Vertragspartner anerkannt sind.
Im Prinzip kann auch ein direkter Kontakt zwischen Registrant und Registrar hergestellt werden, jedoch sehen die meisten Registrare ihre Aufgabe nicht in der Beratung und Information von Antragstellern, sondern setzen das entsprechende Fachwissen um die notwendigen Formalitäten voraus.
- Registry: Die technischen Betreiber des Domain Name Systems (DNS). Für jede Top-Level-Domain (TLD) gibt es eine zuständige Registry wie z.B. die DeNIC eG für „.de“, VeriSign für „.com“ usw.
Der Registrierungs-Prozess verläuft demnach wie folgt:
- Der Registrant beantragt bei einem Registrierungs-Dienstleister die Registrierung einer Domain-Adresse. Zuerst wird überprüft, ob der Domain-Name noch verfügbar ist bzw. ob eventuelle Namensrechte Dritter zu berücksichtigen sind.
Weiterhin werden vom Dienstleister zwingend erforderliche Angaben des Registranten abgefragt, die je nach Top-Level-Domain unterschiedlich umfangreich sein können. Typische Angaben sind hier z.B. technische und administrative Ansprechpartner beim Registranten, eine ladungsfähige (d.h. im juristischen Sinne geeignete) Postanschrift, gültige Nameserver für die Domain usw.
Die dabei entstehenden Kosten sind, abhängig von der gewünschten Top-Level-Domain, sehr unterschiedlich. Bei manchen TLDs ist die Einrichtung kostenfrei, bei anderen können einmalige Kosten bis zu 150 Euro entstehen. Weiterhin werden für die Nutzung der Domain Kosten zwischen 5 und über 100 Euro pro Jahr berechnet.
- Im nächsten Schritt überprüft der Registrar die Vollständigkeit und Korrektheit der erforderlichen Angaben und leitet diese zur technischen Umsetzung an die zuständige Registry weiter.
- Die Aufgabe der Registry besteht nun darin, die Domain-Adresse im weltweiten Domain-Name-System bekannt zu machen. Dieses System wird aus einer Vielzahl technischer, organisatorischer und politischer Gründe nicht durch einen einzigen Domain-Name-Server betrieben, sondern durch einen Server-Verbund. Im weitesten Sinn kann man diese Vorgehensweise mit der Zusammenarbeit der verschiedenen nationalen Postbehörden bei der Zustellung internationaler Briefsendungen vergleichen.
Dies bedeutet unter anderem, dass es bis zu 48 Stunden dauern kann, bis der Eintrag der neuen Domain zu allen zuständigen Name-Servern weitergereicht wurde. Erst dann ist der Prozess der Konnektierung abgeschlossen und der Computer des Registranten weltweit unter der Domain-Adresse erreichbar.